Technischer Einsatz des Ozons und geschichtliche Entwicklung der Ozon-Sauerstoff-Therapie:
Ozontherapie

Weltweit wird Ozon wegen seiner wissenschaftlich belegten desinfizierenden Wirkungsweise gegen Viren, Bakterien und Pilze zur Trinkwasserentkeimung, der Aufbereitung von Schwimmbadwässern, sowie zur Haltbarmachung von Obst und Lebensmitteln eingesetzt. Doch auch in der Komplementär-, der ergänzenden Medizin gewinnt das Sauerstoffmolekül Ozon (O3) immer mehr an Bedeutung.
Die Anfänge der Ozontherapie reichen zurück bis in die Zeit des ersten Weltkrieges. Bereits 1916/17 beschrieb WOLFF die desinfizierende Wirkung und die gewebsregenerierenden und granulationsfördernden Eigenschaften des Ozons bei der Behandlung von Kriegsverletzten mit schlecht heilenden Wunden, Abszessen und kompliziert vereiterten Knochenbrüchen.

Aufgrund mangelnder Technologie geriet diese Methode bald wieder in Vergessenheit. Erst als die technischen Voraussetzungen durch ozonfeste Kunststoffe deutlich verbessert wurden, gelang dem deutschen Physiker HÄNSLER 1958 die Konstruktion eines einfach zu bedienenden Ozongenerators. Seit den 1980er Jahren wird die Ozon-Sauerstoff-Therapie Schritt für Schritt weiterentwickelt und weltweit mit großem Erfolg durchgeführt.

Ozontherapie heute
Heute gehört die Ozontherapie ebenso wie andere Naturheilverfahren in den Bereich der Erfahrungsheilkunde. Die Wirkungsweise einer Ozontherapie wird jedoch von der derzeit herrschenden Lehrmeinung der Schulmedizin noch nicht vollständig akzeptiert.

Bei der naturheilkundlichen Ozontherapie wird Ozon (O3) aus reinem Sauerstoff (O2) hergestellt und stets in Form eines Ozon-Sauerstoffgemisches verabreicht. Im Körper zerfällt dieses Gemisch sofort wieder zu reinem hochkonzentriertem Sauerstoff, der direkt auf die roten Blutkörperchen einwirkt, deren Verformbarkeit und somit die Fließeigenschaften des Blutes verbessert. Die roten Blutkörperchen sind der Träger von Sauerstoff und versorgen alle Zellen des Körpers mit diesem lebensnotwendigen Gas.

Wir alle wissen, dass ohne Sauerstoff kein menschliches Leben auf der Erde möglich ist. Wird unserem Gehirn nur einige Minuten kein Sauerstoff zugeführt, so kann keine einzige Zelle des Körpers überleben und es kommt zum irreversiblen Gewebetod, zum Zelluntergang.

Ist der Körper nicht mehr in der Lage alle seine Zellen ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, so kann eine Sauerstoff-Ozon-Therapie wertvoll zur Regeneration der Gewebezellen sein, die aufgrund bestehender Beschwerden zuvor nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt worden sind.


Wirkungsweise von Ozon im menschlichen Körper:

Erfahrungen zufolge tritt die angenehme Wirkung der Ozon-Sauerstoff-Therapie bereits nach wenigen Anwendungen auf, da der zugeführte Sauerstoff dem Körper sofort zur Verfügung steht. Ozon wirkt zum einen systemisch innerhalb des Körpers und zum anderen lokal. Systemisch verbessert das Ozon-Sauerstoff-Gemisch die Fließeigenschaften des Blutes und wirkt gegen eine Verklumpung der roten Blutkörperchen. Das Blut wird dünnflüssiger. Dies ist besonders von Bedeutung beim Einsatz der Ozon-Sauerstoff-Therapie bei Durchblutungsstörungen.

Durch Ozonapplikationen können pathologisch erhöhte Inhaltstoffe im Blut wie Cholesterin, Triglyzeride und Fette durch die Leber besser abgebaut und somit gesenkt werden. Da diese erhöhten Fette schädlich für die Blutgefäße sind und mitverantwortlich für das Auftreten von Arteriosklerose, Schlaganfällen und Herzinfarkten sein können, erklärt die fettsenkende Wirkung des Ozons auch die positiven Effekte der Ozon-Sauerstofftherapie bei Arteriosklerose.

Die desinfizierende Wirkung (gegen Viren, Bakterien und Pilze) und die gewebsregenerierenden und granulationsfördernden Eigenschaften des Ozon werden vor allem als lokale Maßnahme bei schlecht heilenden Wunden, Brandverletzungen und zur Förderung der Wundheilung eingesetzt.

Wann könnte eine Ozon-Sauerstoff-Therapie sinnvoll sein?

Allgemein zur Unterstützung:

  • bei schlecht heilenden Wunden und bei Hautkrankheiten
  • bei Durchblutungsstörungen von Gehirn, Herz, Extremitäten, Augen (Retinopathie, Maculadegeneration) und Ohren (Tinnitus)
  • bei Immunschwäche und zur Abwehrsteigerung und Immunprophylaxe
  • bei Viruserkrankungen
  • bei Arteriosklerose
  • bei Stoffwechselstörungen, Übersäuerung und zu hohem Cholesterinspiegel oder zu hohem Harnsäurespiegel
  • bei chronischer Ermüdung und Erschöpfung (nach schweren Krankheiten) oder bei Schlafstörungen
  • bei Konzentrations- und Leistungsschwäche
  • bei rheumatischen Erkrankungen
  • bei Tumorerkrankungen (als Zusatztherapie)
  • bei Allergien (als unspezifische Reiztherapie)
  • bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und bei Asthma bronchiale
  • bei Schwindel und Migräne
  • nach einem Infarktgeschehen
  • der Leberentgiftung

Praktische Anwendung einer Ozon-Sauerstoff-Therapie:
  • Große Ozon-Eigenblut-Behandlung (GEB): venöse Blutentnahme von ca. 100 ml Blut, welches mit Ozon angereichert wird und über die Vene wieder reinfundiert wird.
  • Kleine Ozon-Eigenblut-Therapie (KEB): venöse Blutentnahme von nur 2-4 ml Blut, welches ebenfalls mit Ozon angereichert wird und anschließend intramuskulär injeziert wird.
  • Rektale Ozon-Insufflation: Verabreichung des Ozon-Sauerstoffgemisches über einen Katheter in den Darm, ähnlich einem Klistier
  • Ozon-Beutelbegasung: bei schlecht heilenden Wunden an den Extremitäten (Hände, Füße)
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